Zampern


Diese alte sorbische Tradition wird in vielen Gemeinden der Lausitz auch heute noch aktiv gepflegt. In Maukendorf wird das Zampern alljährlich praktiziert und es ist ein Höhepunkt im Dorfleben.

Das aktive Leben im Dorf wird oft und maßgeblich von der Freiwilligen Feuerwehr und verschiedenen Vereinen geprägt. Das ist auch in Maukendorf nicht anders. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und die Mitglieder des Dorfklubs sind beim Zampern besonders stark engagiert und sorgen für das gute Gelingen.

Die Gulaschkanone wurde am Gemeindehaus in Stellung gebracht und angeheizt.

Ingo ist mit seinem Brotstand bereits zum vierten Mal mit dabei.

Da das Backwerk frisch sein soll, muss bereits am Vorabend viel vorbereitet und bis in die späte Nacht hinein gebacken werden.

Diesmal hat Ingo zwei Sorten Brot und drei verschiedene Kuchen gebacken.

Sauerteig, gekochte Kartoffeln, Brühstück und Saaten sind für die Verarbeitung in den Teigen vorbereitet. Der Ofen hat die erforderliche Temperatur erreicht.

Während der Teig noch knetet, geht es an den Ofen…

…und er wird ausgeräumt. Bei Ingo fällt die Glut in einen Schacht unter dem Backraum, so kann die Temperatur der Glut beim Backen nach genutzt werden.

In der Zeit, in der der Ofen absteht, wurde der erste Brotteig bereitet und die Teiglinge zur Gare gestellt.

Im Gärschrank wird noch ein wenig Dampf erzeugt und das Kartoffelbrot steht auf Gare.

Während des Backens hat der Ofen einen Teil seiner Hitze verloren.

Damit auch das nächste Backwerk gelingt, wurde vor dem nächsten Backgang noch einmal nachgeheizt.

Glut vom vorhergehenden Heizgang konnte aus dem unteren Schacht herausgeholt und auf das neu eingeschlichtete Holz als Anzündquelle gegeben werden.

In einer Hobbybackstube viel Arbeit, die sich bis 01:00 Uhr hingezogen hat. Ob das die Brotkunden mit einem guten Abverkkauf honorieren, wird sich zeigen.

Auch wenn es beim heutigen Winterwetter keine Minusgrade gab, wurde es mit der Zeit ziemlich frisch und eine kräftige Mahlzeit aus der Gulaschkanone der Feuerwehr war bei vielen Dorfbewohnern herzlich willkommen. Es gabt schmackhafte Erbsensuppe…

…und/oder Eisbein mit Sauerkraut.

Dazu das frische Brot aus Ingos Ofen und wer dann auch noch was Süßes wollte, der nahm etwas vom leckeren Kuchen mit nachhause.

Die Zamperer zogen in der Zwischenzeit von Haus zu Haus,…

…wo sie offensichtlich ebenfalls gut versorgt wurden und bei bester Stimmung musizierten und sangen.

Neben verschiedenen Phantasiefiguren nahmen auch der Braschka und ein „Hochzeits-paar“ am Maukendorfer Zamperzug teil. Eine bunte und lustige Gesellschaft.

Eine große Gesellschaft, die sich dem Fotografen zum Abschied in einer kompakten Aufstellung präsentierte. Dafür danke ich nochmals recht herzlich und wünsche allen eine gute Zeit!

Micha – Der Brotbaecker

PS.: Hier gibt es einen schönen Filmbericht zum Zampern, zwar nicht in der Lausitz, trotzdem informativ.

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2 Antworten zu Zampern

  1. Träumerle Kerstin schreibt:

    Zampern waren wir als Kind schon und wussten, wo es die leckersten Sachen gab. Hier in Königsbrück war viele Jahre Ruhe, aber ein paar Kinder kommen wieder und ich habe für Dienstag schon eingekauft.
    Kommen bei euch auch Kinder klingeln?
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

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