Während…

…hier im Blog in den letzten Wochen gespenstische Stille herrschte, war das im wahren Leben ganz anders. Mehrere Backtage, Unternehmungen, Kulturevents und die Pflege des Grundstücks haben dafür gesorgt, dass in meinem Alltag Langeweile ein Fremdwort blieb. Nun habe ich mich aber endlich aufgerafft, um wenigstens über meine Stollenbäckerei zu berichten.

Anfang November hatten wir uns mit unseren Freunden zu einem Backtag vereinbart, bei dem der Stollen nach Dresdener Art gebacken werden sollte. Den letzten Stollen hatte ich vor einigen Jahren gebacken und da in der Familie das Interesse an diesem Gebäck nur moderat ausgeprägt war, haben wir uns damals entschlossen, die aufwendige Arbeit zu lassen und uns auf dem Dresdener Weihnachtsmarkt mit diesem Gebäck einzudecken.

Nun also eine Neuauflage der Stollenbäckerei beim Brotbaecker. Damit am Stollenbacktag niemand Hunger leiden muss, habe ich am Tag zuvor Brot gebacken.

Mehl und Schrot für den Sauerteig:

Mit Folie abgedeckt, geht der Sauer in die Backröhre des Küchenofens. Dort lasse ich über Nacht die Beleuchtung an. Das sichert eine optimale Temperatur, damit der Sauer gut gehen kann.

Sonnenblumenkerne geben dem Brot nicht nur etwas Körniges zum Beißen, sondern auch ein leckeres Aroma.

Leicht angeröstet, hier muss man ständig rühren und aufpassen, dass nix anbrennt, werden die Sonnenblumenkerne und Leinsamen mit kochendem Wasser gebrüht und beide weichen dann über Nacht ein.

Wie immer ist für einen flüssigen Ablauf eines Backtages gute Vorbereitung schon mal die halbe Miete.

Gärtücher ersparen mir das Bemehlen der Gärkörbe und die anschließend notwendige Säuberung derselben.

Nchdem die Teiglinge gut gegangen waren, wurde eingeschossen.

Ordentlicher Schwaden sorgt dafür, dass die Teiglinge im Ofen nochmal gut aufgehen können. Nach 10 Minuten wird er abgelassen. Das Brot kann fertigbacken, damit es nicht nur gut riecht, sondern auch lecker schmeckt.

Die erste Kostprobe ist bestanden.

Ein Brotlaib neue Power gibt,

gebacken wird er welten weit,

mit Sauerteig total beliebt,

zum Reifen braucht er Zeit.

Ein gutes Brot

geformt mal eckig und mal rund, so knusprig braun – es duftet lecker,

es ist gesund auf jeden Fall, kauf immer nur beim Handwerksbäcker!

(P.B.)

Für den Kaffee mit unseren Gästen und zur Ausnutzung der Restwärme wurde von meiner Frau noch ein leckerer Pflaumenkuchen vorbereitet.

Im Spätsommer eingefrostet sorgten die Früchte nun für ein unbeschreiblich leckeres Gebäck.

Zusätzlich hatte meine Frau noch einen Quarkkuchen gemacht.

Am nächsten Tag kamen unsere Freunde zum Stollenbacktag.

Ich stand schon ordentlich unter Spannung, ob denn alles reibungslos klappen würde. Schließlich war mein letzter Stollenbacktag schon ein paar Jahre her.

Den Rosinen wird es sicher egal gewesen sein, sie wurden schon am Vortag mit Rum besoffen gemacht 😉

Nachdem die bitteren Mandeln geschält waren, wurden sie anschließend gehäckselt.

Wie beim Brotbacken habe ich für die Stollenbäckerei die Zutaten auch am Vortag abgewogen und bereit gestellt.

Der Vorteig ist geknetet und darf jetzt eine gute halbe Stunde gehen.

Zu den vorbereiteten Zutaten wurde noch frischer Zitronenabrieb hinzugefügt und dann der Stollenteig geknetet.

Zum Schluss, nachdem der Teig  bereits ordentlich gemengt worden war, kamen die Rosinen noch hinzu und wurden kurz mit langsamer Knetstufe untergemischt. Würde man sie eher zum Teig hinzufügen, bestünde die Gefahr, dass sie zerdrückt und den gesamten Teig verfärben würden.

Und dann war es passiert, bei der Teigberechnung ist mir ein Fehler unterlaufen, denn ich hatte zu viel Milch verwendet. Dadurch war der Vorteig sehr weich und ich musste dann zum Gesamtteig noch Mehl hinzufügen, damit er halbwegs fest wurde.

Ungebacken sahen die Teile noch recht ansehnlich aus, was sich allerdings bereits nach wenigen Minuten im Ofen änderte.

Die Stollen liefen deutlich zu stark auseinander. Am Ende noch akzptabel, aber von einer optimalen Form ein ganz schön großes Stück entfernt 😦 . Meine Freunde nahmen das glücklicherweise nicht ganz so übel und meinten, wichtig sei, dass es schmecken wird. Nun hoffe ich, dass aufgrund der leckeren Zutaten wenigstens das klappt – ich war ganz schön sauer auf mich selbst.

Als unsere Freunde am Folgetag zum Frühstück kamen, war meine schlechte Laune schon etwas verflogen 😉

Deutlich besser lief der zweite Stollenbacktag am letzten Sonntag. Nicht nur, dass mich hier Ingo wieder mal mit seinem beruflichen Wissen und Können unterstützte, nein auch ich hatte ja den Fehler herausgefunden und war deshalb diesmal zuversichtlicher.

Ich glaube, der Unterschied ist deutlich sichtbar. Und obwohl ein so langer Backtag sehr  anstrengend ist,  war ich am Ende des Tages wesentlich zufriedener. Ich hoffe, dass auch meine „Kunden“ das so sehen.

Die Stollen müssen bei meinen Kindern jetzt nur noch unbeschadet ankommen, mindestens 14 Tage reifen und dann kann nochmal gebuttert, Puderzucker gestreut und portionsweise verputzt werden.

Guten Appetit!

Eine gute Zeit wünscht Micha – Der Brotbaecker

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Stollenzeit

Liebe Blogleser, in der Zwischenzeit habe ich wieder mehrfach verschiedene Sorten an Brot gebacken. Da es dabei aber kaum Neuigkeitswerte zu vermitteln gab, habe ich es im Blog nicht gepostet. Deswegen war es trotz Aktivitäten am Ofen hier ein wenig still!

In den nächsten Wochen beabsichtige ich nun wieder Handwerksbäcker der Region zu besuchen, ich hoffe, es klappt und die Meister erlauben mir, ihre Arbeit zu zeigen.

Doch zunächst werde ich am Wochenende – nach einer Pause von mehreren Jahren – mit Freunden wieder einmal Stollen backen. Das Rezept lehnt sich an den Dresdener Rosinenstollen an und ich hoffe, alles gelingt zu unserer Zufriedenheit. Ich werde berichten. Bis dahin wünsche ich eine gute Zeit Euer Micha – Der Brotbaecker

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Endlich wieder eigenes Brot

Nach langer hitzebedingter Pause habe ich gestern wieder den Ofen geheizt.

Auf dem Programm stand diesmal Weizenmischbrot mit dreierlei Körnern.  Immer sichert eine ordentliche Vorbereitung den reibungslosen Ablauf am Backtag.

Mehl, Salz und Malz abwiegen, Brotgewürz und Hefe bereitstellen. Vorteig anrühren und den Sauerteig in der ersten Stufe für 4 Studen führen und für die zweite Stufe in die Backröhre stellen.

Die Körnermischung (Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie Leinsamen) mit etwas Schrotmehl wurden gebrüht und über Nacht stehen gelassen.

Am Backtag geht es weiter mit den Vorbereitungen.

Die Gärkörbe mit den Überzügen von Cleanbake beziehen erspart das Bemehlen der Gärkörbe und deren anschließende Reinigung. Die Tücher lassen sich leicht ausklopfen und werden nur von Zeit zur Zeit gewaschen.

Wie schon oft war auch diesmal wieder mein Backfreund Ingo da. Ich habe abgewogen und Ingo übernahm das Wirken der Teiglinge. Das beschleunigt den gesamten Prozess ungemein, denn bei mir dauert das Formen der Teiglinge mindestens die doppelte Zeit!

Beim Abwiegen haben wir festgestellt, dass ich bei der Berechnung im Rezept vergessen habe, die Schüttflüssigkeit hinzuzurechnen. Es gab für den Steinofen genau einen Teigling zu viel – was tun? Eine gute Idee für den „ungeplanten“ Laib muss her!!! Denkpause!

Unter den Cleanbake-Gärtüchern haben die Teiglinge nun Zeit zum Gehen. Nach gut 60 Minuten waren sie bereit für den Ofen.

Zur Probemlösung gabs nur die Alternative – Küchenbackofen.

Brot im Küchenofen habe ich bisher nicht gebacken. Mal schauen, ob und wie es wird. Den Ofen auf die höchstmöglichen 250 Grad C aufgeheizt und um wenigstens etwas Boden-hitze zu erreichen, habe ich den vor kurzem gekauften Pizzastein eingeweiht.

Mit einer flachen Schüssel, die mit heißem Wasser gefüllt wurde, habe ich den notwendigen Dampf erzeugt.

Nach der ersten Kontrolle war ich sehr zufrieden. Der Teigling hatte einen guten Ofentrieb entwickelt und auch die Kruste bekam an der Oberfläche eine schöne Farbe.

Nach der Backzeit von gut 55 Minuten habe ich allerdings festgestellt, dass der Boden noch ziemlich weich war. Die Bodenhitze war offensichtlich nicht ausreichend, also wurde das Brot nochmal für 10 Minuten in den Steinofen geschoben. In der Zwischenzeit war das dort gebackene Brot fertig.

Wir haben das Brot diesmal nicht eingeschnitten, sondern rustikal am Schluss aufreißen lassen. Die Kruste war super knusprig und die Feuchte in der Krume sehr angenehm.Zum Abschluss wurde noch ein Pflaumen-/Apfelkuchen gebacken. Lecker!!!

 

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Hitze überall!

Wie in ganz Deutschland ist´s auch an meinem Ofen und in meiner Backstube momentan unangenehm warm. Mir macht das Backen als Hobby unter diesen Umständen auch keine besondere Freude. Da die eigenen Brotbestände allerdings aufgebraucht sind, wird es Zeit, wieder anzuheizen. In der Hoffnung auf wettertechnische Abkühlung warte ich bis zur nächsten Woche!
Bis dahin warme Grüße Euer Micha – Der Brotbaecker

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Wieder einmal eigenes Brot

Wir essen sehr gerne Brot, auch gerne von verschiedenen Bäckern und verschiedene Sorten. Und dann, so zwischendurch natürlich auch mein selbst gebackenes. Da Frau B. mit ihren Sportdamen den Geburtstag nachfeiert, gab es also noch einen Grund mehr, wieder einmal den Ofen anzuheizen und selbst zu backen.

Man merkt im Vergleich zum Winter, dass bei den Temperaturen der letzten Tage der Ofen rasch hochheizt und man deutlich weniger Heizmaterial benötigt, um das Gewölbe zu erhitzen.

Heute habe ich seit langer Zeit wieder einmal ein Weizenmischbrot mit Sonnen-blumenkernen gebacken. Ich habe einen Vorteig mit langer kalter Führung gemacht und einen Teil Altbrot für ein besseres Aroma mit dem Sauerteig aufgearbeitet. Auch die Sonnenblumenkerne habe ich, um ein noch besseres Aroma zu bekommen, leicht angeröstet.

Aufpassen muss man, dass die Körner nicht verbrennen, denn dann wirds bitter – im doppelten Sinne des Wortes 😉

Die Teiglinge sind bei einer Teigtemperatur von 28 Grad C ca. 45 Minuten gut gegangen und waren bereit für  den abgestandenen und ausgehudelten Ofen.

Man kann es ganz deutlich sehen, dass bereits kurz nach dem Einschießen der ersten Teiglinge bei diesen der Ofentrieb einsetzte.

Das Brot ist prima aufgegangen und ich bin schon gespannt, wie der Anschnitt aussehen wird.

Der Duft ist wieder prächtig und auch im Anschnitt sieht das Weizenmischbrot sehr gut aus.

Mit frischer Leber- und Blutwurst und/oder Butter/Griebenschmalz einfach köstlich.

Zum Abschluss des Backtages kamen noch zwei Kuchen in den Ofen, ich freue mich schon heute aufs morgige Kaffetrinken! 😉

Und wie so oft, war mein Backfreund Ingo wieder einmal da und hat sich tatkräftig beim Verarbeiten des Teiges eingebracht. Danke meine Freund!

Herzliche Grüße und eine schöne Zeit wünscht Micha – Der Brotbaecker

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