Besuch in der Backstube Ermer – bei Handwerksbäckern der Region reingeschaut

In Bernsdorf  gibt es die Bäckerei Ermer seit 1961, wobei die Bäckertradition in der Familie bereits 1935 begann, als der Großvater Rudolf Ermer in Lubin/Schlesien eine Bäckerei einrichtete.

Nach dem Krieg wurden Ermers vertrieben und 1947 begann in der neuen Heimat der Neuaufbau. Nach drei Jahren in Groß Särchen zog die Bäckerei Ermer dann 1950 nach Wittichenau um. Jochen Ermer, der Vater von Roland, machte sich 1960 in Wittichenau selbstständig.  1961 dann ein weiteres Geschäft in Bernsdorf, das  Roland im Jahre 1988 übernahm.  Heute gibt es zusätzlich zur Bäckerei mit Geschäft in Bernsdorf noch 2 feste Verkaufsfilialen, eine weitere in Bernsdorf und eine in Hoyerswerda. Freitags/samstags werden Backwaren auch im Missionshof Lieske zum Verkauf angeboten.

Die Philosophie der Bäckerei Ermer, mit insgesamt 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, könnte man etwa so zusammenfassen: „In einem modernen Handwerksbetrieb bewährte Tradition pflegen. Gute, natürliche Zutaten aus der Region bei handwerklicher Herstellung verarbeiten!“

Als ich gegen 02:00 Uhr in die Backstube eintrete, ist der Chef gerade dabei, leckeren Pudding zu kochen.

Roland Ermers Devise: Zum guten Handwerk gehört es, dass man Dinge, die gut selbst herzustellen sind, auch in der Backstube selbst erzeugt. Nach Möglichkeit mit regionalen Zutaten – die Milch für den Pudding kommt von der Krabat-Milchwelt und der Pudding ist auch ein ostdeutsches Produkt.

Nachdem ich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrüßt hatte, fiel mir auf, dass es in der Backstube, in der mit Lehrling insgesamt 11 Leute arbeiten, recht ruhig zugeht. Fleißig wurde an den Arbeitsplätzen an der Herstellung des jeweiligen Backwerkes „gewerkelt“. Roland Ermer sagt: „Bäcker sind um diese Zeit maulfaule Leute! Sie machen fleißig ihre Arbeit, damit die Geschäfte zeitnah beliefert werden können, und erst zum Frühstück wird es munterer!“

Der Brotteig hat noch Zeit zum Gehen.

Insgesamt werden ca. 120 verschiedene Backwaren hergestellt. Im Wechsel gibt es täglich 4 unterschiedliche Brotsorten und 3-4 verschiedene Brötchen.

Gute Backwaren benötigen neben ausgezeichneten Zutaten aus der Region viel Zeit. Im Gärraum können sie bei langer temperaturgesteuerter Führung ihr volles Aroma entfalten. Roland Ermer, Landesobermeister der Bäckerinnung Sachsen – Saxonia, dazu: „Gut Ding will Weile haben – Zeit als Qualitätsmerkmal, mit dem kein Fertigbackmittel mithalten kann. Dem Teig die erforderliche Zeit zum Reifen geben, das macht heute einen gravierenden Unterschied zur industriellen Produktion.“

Nicht nur für die Faschingsnarren wurden diese beliebten Backwerke entwickelt:

Und natürlich gab es auch leckere Pfannkuchen:

Auch diese Leckereien sind nicht zu verachten!

Und die, die da ringsdrumherum waren…

…und nun noch mit leckerer Cremefüllung ausgestattet werden.

Auch wenn die Bäckerinnen und Bäcker beim Arbeiten recht „leise“ waren, meine laienhaften Fragen wurden geduldig beantwortet und dass sie Humor besitzen, konnte ich  an der Arbeitskleidung ablesen.

Beim Einschießen der Brote sollte man auch zupacken können, denn…

…da kommen einige Kilo auf den Abzieher drauf!

Der Stikkenwagen ist da etwas einfacher in der Handhabung.

Immer wieder fantastisch ist der frische Duft vom fertigen Backwerk – da kommt der Appetit automatisch.

Die beiden habe ich mir fürs Frühstück zur Seite gelegt. Halb Brötchen-/halb Brotteig – saulecker!

Täglich verlassen ca. 300 Brote die Backstube, an Freitagen und vor Feiertagen sind es etwa 800-1000 Brote – davon sind 400 Mischbrote.

Jetzt noch die Lieferkisten für die Filialen befüllen…

…und ein zufriedener Bäcker kann zum Frühstück gehen:

Zwischenzeitlich ist es 05:00 Uhr und im Verkaufsraum wurde die Theke bereits mit leckerem Kuchen bestückt, Brot und Brötchen kommen noch.

Ich bedanke mich bei Roland Ermer für den Einblick in seine Backstube und dafür, dass er sich die Zeit für mich und meine Fragen genommen hat. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich dafür, dass sie mir bereitwillig Auskunft gaben und es ertrugen, dass ich manchmal im Wege stand! 😉

Allen wünsche ich eine gute Zeit, Gesundheit und Zufriedenheit bei der Arbeit herzlich Micha – Der Brotbaecker

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Backen | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare

Winterpause am Backofen beendet

Das schöne Wetter der letzten Tage lockte und ich habe die Winterpause am Backofen beendet. Schön war, dass Ingo Zeit hatte und mich tatkräftig am Samstag mit seinem Wissen und Können unterstütze.

Damit der Ofen am Backtag nicht so schnell seine Wärme verliert, habe ich bereits am Vorabend schon mal durchgeheizt.

Wie immer, habe ich auch diesmal am Vorabend bereits umfangreiche Vorbereitungen getroffen, damit es dann am Backtag zügig aber ohne Hektik losgehen kann.

Sonnenblumenkerne und Roggenschrot als Brühstück:

Weizenvorteig:

Sauerteig:

Der Brötchen- und Baguetteteig stand über Nacht im Kühlschrank:

Da diesmal auch Streuselschnecken mit Puddingfüllung gebacken werden sollten, wurde der Pudding bereits am Vorabend gekocht. Um Hautbildung zu vermeiden, habe ich die Folie direkt auf die Oberfläche gelegt.

Zuerst wurden Brötchen und Baguettes gemacht und gebacken.

Mit viel Dampf gebacken, hätte alles bestens ausgehen können, doch manchmal liegt der Teufel im Detail. Unzufrieden bei diesem Weizengebäck bin ich mit dem Ofentrieb, Brötchen und Baguette sind deutlich zu kompakt.

Geschmacklich hervorragend, hat ein Teil der Brötchen zu viele „Röststoffe“ gebildet und musste entsorgt werden. Ich habe zu spät bemerkt, dass der Ofen keine gleichmäßige Grundwärme hatte.

Etwas konnte gerettet werden, die Brötchen rechts im Bild allerdings waren von unten total verkohlt 😦

Die Brotteiglinge gingen sehr gut auf. Diesmal haben wir sie bemehlt, weil ich es so mag.

Das prächtige Aussehen und die Gleichmäßigkeit verdanken die Teiglinge dem handwerklichen Geschick eines gelernten Bäckers. Ich bin immer wieder davon  begeistert, wie Ingo das in einer „Affengeschwindigkeit“ hin bekommt. Langsam verliere ich aber auch die Hoffnung, dass ich das noch ansatzweise so gut lerne wie er!  😉

Zum Abschluß des Backtages kamen die Streuselschnecken in den Ofen. Lecker!

Herzlichen Dank meinem Freund Ingo, der mir wieder sehr geholfen hat!

Ich wünsche eine gute Zeit! Euer Micha – Der Brotbaecker

Veröffentlicht unter Backen | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Zeitiger Frühling?

Bei dem herrlichen Wetter, heute 17 Grad C, kann sie kaum jemand unterdrücken, die Frühlingsgefühle.

Die Zaubernuss steht in voller Blüte und die ersten Krokusse auf der Wiese beginnen zu sprießen.

Im Wintergarten blüht es auch wunderschön – in der Vase und in den Kamelientöpfen.

Als wir vor zirka drei Wochen im Königsbrücker Kamelienhaus waren, da blühten lediglich die beiden „Großen“ – „Schneeweißchen“ und „Rosenrot“. Ihre Blütezeit begann in diesem Jahr wieder recht zeitig.

Noch tragen die betagten Damen, beide sind schon ca. 200 Jahre jung, genügend herrliche Blüten.

Bei unserem heutigen Besuch standen nun auch die anderen Pflanzen in voller Blüte. Das herrliche Wetter lockte die Menschen auf die Straße und die vielen Besucher drängelten sich die üppige Pracht bewundernd im Gewächshaus.

Ich kann einen Besuch im Kamelienhaus, das jeden Sonntag geöffnet ist, nur empfehlen.

Ich wünsche eine gute Zeit – euer Micha – Der Brotbaecker

Veröffentlicht unter Was dem Brotbaecker noch gefällt... | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Das Jahr beginnt…

…draußen recht stürmisch und nass! Es hinterlässt den Eindruck, dass nun an Niederschlägen nachgeholt wird, was uns der letzte heiße Sommer versagte. Und während es im Wechsel stürmt, regnet, schneit, stürmt und wieder regnet, laufen im Wintergarten die Kamelien zu Hochform auf.

Die ersten Blüten zeigten sich bereits vor dem Weihnachtsfest. Die Pflanzen haben im letzten Sommer bei guter Pflege reichlich Knospen angesetzt.

Und nun entwickelt sich der Flor mit jedem Tag prächtiger.

Vor drei Jahren habe ich diese duftende Kamelie erworben und es freut mich besonders, dass auch sie herrliche Blüten zeigt. Ihr Duft hat eine sehr angenehme Note, die teils an Zimt erinnert.

Diese Schönheiten duften zwar nicht, betören allerdings durch ihre prächtigen Blüten, die sich locker mit manch schöner Rose messen können.

Zum Backen ist es mir derzeit draußen zu ungemütlich, das muss ein wenig warten. In der Zeit genieße ich lieber das herrliche Blütenmeer und hoffe bald auf freundlicheres Wetter!

Herzliche Grüße sendet Micha – Der Brotbaecker

PS.: Seit dem 13.01.2019 hat übrigens das Kamelienhaus am Schloß Königsbrück jeweils sonntags von 10:00 – 17:00 Uhr geöffnet!

Veröffentlicht unter Was dem Brotbaecker noch gefällt... | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Neujahr 2019

Allen Freunden, Bekannten und Besuchern meines Blogs wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Mögen eure Wünsche in Erfüllung gehen und unsere Welt endlich friedlicher werden!

Herzlich Micha – Der Brotbaecker

Veröffentlicht unter Backen | 1 Kommentar