Bereits am 06. März vergangenen Jahres habe ich über die älteste und längste Landverbindung zwischen Kiew und Santiago de Compostela, die seit über 2000 Jahren auf 4500 km insgesamt 8 europäische Länder verbindet in einem Beitrag über den Förderverein VIA REGIA Architekturmodellbau Königsbrück e.V. berichtet.

Am 15.01.2012 haben wir die Modellbauer wieder besucht.

Von der fachkompetenten und freundlichen Führung eingenommen, habe ich glatt vergessen nach dem Namen des Herren, der uns anschaulich die vielen beeindruckenden Facetten des Modellbaus zeigte und erläuterte, zu fragen. Durch einige Nachforschungen konnte ich Herrn Frank Knauthe als den Führer identifizieren, deshalb an dieser Stelle herzlichen Dank und schon heute das Versprechen, wir kommen wieder!

Die Modellbauer beherrschen ihr Handwerk so meisterlich, dass durch sie selbst die kleinsten Strukturen im Putz, wie man im Bereich des Schriftzuges “Schützenhaus” erkennen kann, nachgebildet werden.

Auch diese Fassade soll dem Original weitestgehend entsprechen. Die Dachflächen links des Turms müssen noch mit “Dachsteinen” belegt werden.




Zuerst werden Gipsmodelle gefertigt, davon macht man anschließend eine Silikonform und in dieser werden dann die Kunstharzteile gegossen.


Absolut beeindruckend sind für mich die Arbeitsplätze, an denen die Originalteile als Miniaturen im Maßstab 1:25 hergestellt werden.


Oftmals stehen den Modellbauern (natürlich sind es Männer und Frauen) nur Fotografien, nach denen die Details dann gefertigt werden, zur Verfügung.



Selbst die Pflasterung vom Marientor in Naumburg ist dem Original getreu nachgebildet und man gewinnt den Eindruck, dass man zur Besichtigung nur noch eintreten muss.

Das künstlerisch anspruchsvollste Modell, das bislang in Königsbrück gefertigt wurde ist, wie mir Könisgsbrücks ehemaliger Bürgermeister Herr Loeschke verriet, gerade die im Bau befindliche Ludwigskirche Saarbrücken.

Das Modell wiegt über 200 kg und ist teilweise zerlegbar, damit man es durch die Türen aus der Werkstatt tragen kann.

Wieviel Arbeit in einem solchen Modell, wie hier dem Leipziger Alten Rathaus steckt, kann man sich in etwa vorstellen, wenn man erfährt, dass das echte Rathaus in einem Jahr Bauzeit entstand und die Modellbauer dafür 1,5 Jahre gebraucht haben.

Kombiniert mit dem Besuch der Königsbrücker Kamelien kann man einen sehr schönen und lehrreichen Sonntagnachmittag in der ehemaligen Garnisonsstadt verbringen.
In diesem Sinne wünsche ich ein schönes (wenn auch kaltes) und sonniges Wochenende
Micha – Der Brotbaecker