Zwei Tage im Dorfbackhaus

Bereits am 13. und 20 Januar 2018 habe ich unter dem Titel „Brot im Steinofen zu backen…1 und 2“ mit Begeisterung über den Bau des Dorfbackhauses in Garvensdorf (Kirch Mulsow) berichtet. Der Bruder meines Freundes Ingo hat mit Enthusiasten des Dorfes das alte Feuerwehrgerätehaus zum Dorfbackhaus umgebaut.

Das Backhaus wird wohl, wie ich immer wieder aus Ingos Berichten entnehmen konnte, sehr rege genutzt. Dass ich dort mal selbst einen Backtag erleben darf, war allerdings nicht unbedingt abzusehen. Um so mehr hat es mich gefreut, als mir Ingo  anbot, dort mit anderen Backbegeisterten an einem gemeinsamen Backtag teilzunehmen.

Also wurde ein Plan gemacht und am letzten Wochenende war es dann soweit. Nach einem kurzen theoretischen Vortrag zur Geschichte des Brotbackens und gegenseitiger Vorstellung trafen sich alle im Backhaus und los ging es.

Bereits am Donnerstagabend hatte Ingos Bruder den Ofen das erste Mal geheizt. Am späten Freitagabend wurde dann nochmals geheizt und Samstag früh war es dann an der Zeit, den Ofen fürs Backen vorzubereiten.

Am Donnerstagabend hatte Ingo das Anstellgut ordentlich gefüttert, damit am Freitag der Sauerteig für das Brotbacken am Samstag angesetzt werden konnte.

Den Vorteig für die Wurzelbrote hatte Ingo ebenfalls schon am Donnerstagabend ange-rührt.

Ein leckeres Aroma bekommen die Wurzelbrote durch gezupften und zerkleinerten Rosmarin.

Das Mischen des Teiges für die Wurzelbrote erfolgte aufgrund der geringen Menge mit Hand und war aufgrund der weichen Konsistenz ziemlich fordernd 😉

Der Teig durfte dann in den mit Olivenöl eingestrichenen Teigkisten bis Samstag bei kühler Temperatur gehen.

Eine kleine Herausforderung war das Formen zu einer „verdrehten Wurzel“, aber  alle Beteiligten haben das am Ende gut gemeistert.

Abgebacken sind die Wurzelbrote ein Leckerbissen und besonders zu Gegrilltem oder mediteranem Essen zu empfehlen.

Nach der ersten „Hürde“ kann man sich ja wohl eine kleine Pause gönnen! Nicht gerade gesund, aber entspannend 😉

Für das Mischen des Brotteiges ist, insbesondere bei großen Mehl-/Teigmengen, eine solche Knetmaschine sehr hilfreich – Fassungsvermögen des Kessels 40 Liter.

Das Mehl für Vollkornbrote wird in Garvensdorf selbst gemahlen.

Es gibt unterschiedliche Auffassungen zum Verbacken von frisch gemahlenem Mehl. Länger gelagertes Mehl lässt sich wohl besser verbacken, weshalb  in der Industrie frischem Mehl Ascorbinsäure zugefügt wird, um den Alterungsprozess zu beschleunigen. Auf jeden Fall muss man jedoch bedenken, dass frisch gemahlenes Mehl ziemlich warm ist und bei der Teigbereitung das Schüttwasser kälter  sein sollte, um eine optimale Teigtemperatur zu erreichen.

Wenn viele verschiedene Gebäcke hergestellt werden, ist es während der Vorbereitung sehr hilfreich, die abgewogenen Zutaten so wie hier zu beschriften.

In den Schraubgläsern bekamen Teilnehmer, die das wollten, etwas Anstellsauer für zuhause mit.

Damit Brote gleichmäßig durchbacken, ist es von Vorteil, die Teiglinge mit gleicher Ein-waage zu formen.

Wenn die Gärkörbe ordentlich bemehlt sind, muss man nicht fürchten, dass die Teiglinge an ihnen festkleben.

Die Vollkornbrote werden gleich in die Backform gegeben, damit sie nicht während der Gare und beim Backen breit laufen. Für die Beschichtung mit Haferflocken braucht  man etwas Geschick, aber nach einer Weile geht das ganz gut.

Beim Formen sowohl der Teiglinge für die freigeschobenen als auch für die Vollkornbrote hatten alle sehr viel Spass und es wuchs die Erkenntnis, dass man das noch etwas üben muss, bis es so wie bei Ingo aussieht 😉

Bei knapp 30 Backformen muss man schon genau hinschauen, wo man sie auf der Back-fläche positioniert.

Auch die Backfläche mit den freigeschobenen Broten war gut belegt.

Brotduft erfüllte das Backhaus und die Teilnehmer am Backtag waren Stolz auf das erzielte Ergebnis.

Als Höhepunkt und zum Abschluss des Backtages wurde Stollen nach einem Rezept von Ingo gebacken.

Orangeat und Zitronat wurden klein geschnitten. Die Rosinen lagen drei Tage im Rum und haben die edle Flüssigkeit ganz aufgesogen. Der Duft ist mächtig!

An den Zutaten kann man bereits leicht erkennen, dass es sich hier nicht gerade um Diät-gebäck handelt 😉 Aufgrund der großen Teigmenge musste der Stollenteig in zwei Etappen bereitet werden.

Damit man die Rosinen nicht zerdrückt, werden sie zum Schluss kurz in den bereits ge-kneteten Teig eingearbeitet.

Jetzt noch die Stollen formen und abbacken, dann ist das Tagwerk geschafft!

Die Stollen im hinteren Bereich des Ofens haben schon gut Farbe angenommen, jetzt noch einmal umschieben und fertigbacken.

Ein gelungener Backtag ist vollbracht, die Teilnehmer haben viele Erfahrungen gewonnen und hatten sichtlich Spass. Ingo und mir hat es auch sehr gefallen.

Wie immer verbleibe ich mit herzlichen Grüßen als Euer/Ihr Micha – Der Brotbaecker

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5 Antworten zu Zwei Tage im Dorfbackhaus

  1. lustaufbrot schreibt:

    Hi Micha!
    So ein Backtag ist schon was Feines. Noch dazu wenn man einen tollen Ofen und eine Gesellschaft mit gleichen Interessen hat. Die Backwaren schauen wie immer fantastisch aus. Aber jetzt in der kommenden Weihnachtszeit muss ich unbedingt zuerst mal den Stollen Dresdner Art probieren. Bin ich gespannt…
    Bei mir steht aber davor heute noch ein Germstriezel (Hefezopf) an, denn Godnkinder (Patenkinder) bekommen bei uns einen zu Allerheiligen.

    Liebe Grüße aus Wien, Christoph

  2. Träumerle Kerstin schreibt:

    Wow, wie viel Arbeit, wie viele fleißige Hände, wie viele leckere Sachen! Ein voller Erfolg, das freut mich für euch.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  3. Maeco schreibt:

    Hallo Micha, ein wirklich informativer Bericht mit tollen Bildern.
    Jetzt noch die Rezepte und Geh- bzw. Backzeiten dazu und es ist perfekt.,😊

  4. Ingo schreibt:

    Micha was soll ich sagen ..
    Du hast wiedermal einen sehr schönen Beitrag gemacht mit tollen Bildern, gut beschrieben. Bin froh, dass wir beide diese beiden tollen Tage hatten und dass du mich unterstützt hast. Allen anderen hat es auch gefallen und ich denke wir werden das wiederholen, sozusagen die Zwischenprüfung für die Teilnehmer 😉

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