Brot im Steinofen zu backen… (Teil 1)

…war früher oft ein Muss, um überhaupt Brot im Hause zu haben. Heute wird von immer mehr Leuten erkannt, dass es schon einen Unterschied zum Backwerk des Discounters gibt, wenn das Brot selbst gebacken wird. Außerdem stärkt das gemeinsame Backen mittlerweile vielerorts die dörfliche Gemeinschaft und unterstützt so manche Vereinsaktivität. So ähnlich haben wohl auch die Leute um Kirch Mulsows Bürgermeister Thomas Jenjahn gedacht. Das frühere Spritzenhaus auf dem Gutshof in Garvensdorf war baufällig. Die Fassade unansehnlich, das Dach defekt, Fenster und Türen fehlten bereits. Innen lagerte Bauschutt.

Aus dem alten Feuerwehrspritzenhaus sollte nun ein Backhaus entstehen, so hatte es der Rat beschlossen. Eigenmittel wurden bereitgestellt und Fördermittel beantragt. Mit dem Bau des Ofens wurde Olaf Giertz beauftragt, der Bruder meines Backfreundes Ingo. Von Beruf Ofenbaumeister und bereits mit Erfahrungen beim Bau von Steinbacköfen ausgestattet, machte er sich mit einigen Helfern aus der Gemeinde im zeitigen Sommer des vorigen Jahres an die Arbeit. Das Beräumen und Entkernen des alten Hauses war der erste Akt, neue Abflüsse und eine neue innere Grundplatte folgten.

Das Dach wurde neu eingedeckt und eine hölzerne Außenverkleidung angebracht.

Während das Innere des alten Hauses als Backstube genutzt werden soll, wird der Ofen an eine Wand „angebaut“ und mit einem Überdach versehen. Auf dem folgenden Bild war das Fundament für den Ofen bereits gegossen und der Grundriß ist deutlich erkennbar.

Das Überdach für den Backofen wurde an die alte Dachkonstruktion angeflanscht. Der Schornstein an der Stirnseite des bereits verkleideten Backhauses dient dem Backofen und einer zusätzlichen Feuerstelle im Innenraum.

Langsam nimmt der Ofen Gestalt an. Damit die entsprechende Kapazität beim Backen zu verschiedenen Anlässen vorhanden ist, sollte der Ofen nach Fertigstellung zwei Backetagen haben.

Die ersten Schamottesteine für die Züge des Fuchses sind bereits angemauert.

Durch den Fuchs wird die Wärmeausbeute optimiert und das Backgewölbe zusätzlich erwärmt.

Der Ofen sollte nicht nur funktional sein, sondern sich auch ästhetisch in das optische Bild des Gesamtvorhabens einfügen.

Das obenliegende Ofenrohr (Abgasrohr des Backofens) soll später gleichzeitig den Raum heizen. Rechts neben dem Ofen entstand ein stationärer Gärschrank.

Am Platz links neben dem Ofen sollen die Knetmaschine und Kornmühle ihren Platz finden – entsprechende Elektroanschlüsse sind schon montiert.

Beim Bau wurden sehr viele hilfreiche Dinge berücksichtigt. Neben einer zusätzlichen Feuerstelle und einer ordentlichen Abwaschgelegenheit sollte es auch ausreichend Arbeitsfläche geben.

Wie sich das Ganze beim Backen bewährt hat, erfahrt ihr im Teil 2. Bis dahin eine gute Zeit wünscht Micha – Der Brotbaecker

 

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3 Antworten zu Brot im Steinofen zu backen… (Teil 1)

  1. Christian schreibt:

    Wunderschön, was man alles so aus einem alten Spritzenhaus machen kann! Gratuliere!

  2. Träumerle Kerstin schreibt:

    Das ist ganz große Klasse Micha! Die tolle Umsetzung einer grandiosen Idee! Und schön schaut das Backhaus aus mit dem vielen Holz. Immer wird nur abgerissen, hier haben wir mal ein Beispiel, dass es auch anders geht.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  3. Ayqapu schreibt:

    Schöner Bericht über eine wunderbare Aktion. Ich wünschte so einen Ofen gäbe es auch in meiner Gegend.

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