Mühle und Barock


Die Herrschaften im Barock haben ganz sicher auch schon gerne Erzeugnisse, die aus des Müllers Mehl gebacken wurden gerne vernascht. Wir haben einen kleinen Bogen zwischen Mühlentag und Barock geschlagen. Zunächst ging es zur Schloßmühle nach Radeberg.

Gleich neben dem Schloss Klippenstein gelegen ist diese im Jahre 1445 erstmals urkundlich erwähnte  Mühle offenbar auch die Älteste Radebergs. Nach dem letzten großen Umbau 1982 war sie bis Mitte 1996 als 3 t- Weizenmühle in Betrieb.

Leider war der Besucherandrang so groß, dass wir hätten über drei Stunden bis zu einer Führung warten müssen. Deshalb habe ich nur ein paar Aufnahmen von den frei zugänglichen Bereichen gemacht und mich auf den Schautafeln etwas zur Geschichte der Mühle belesen.

Die Mühle ist auch heute noch voll funktionsfähig. Ihre Einrichtung besteht aus 3 Doppelstühlen, einer Ausmahlmaschine, 2 Plansichtern, Reinigung, pneumatischer Förderung, 3 Mischmaschinen und einer Francis- Spiralturbine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den „Mühlenfahrstuhl“ konnten wir in Aktion sehen und es begeistert mich immer wieder, wie die technischen Bauwerke von den Altvorderen durchdacht errichtet worden waren.

In der heutigen Gaststube, die zur Mühle gehört, steht ein schönes Schnittmodel welches die wesentliche Teile der Mühle darstellt.

Auch wenn wir an einer Führung nicht teilnahmen hat sich der Besuch gelohnt, denn im Umfeld gab es auch allerhand zu sehen.

Da wir schon mal auf Tour waren, entschlossen wir uns noch einen Besuch im Barockgarten Großsedlitz zu machen. Letztmalig waren wir vor ungefähr drei Jahren dort und hatten gelesen, dass dort in den letzten zwei Jahren sehr viel saniert wurde. Das Ergebnis wollten wir uns nun ansehen.

Noch waren nicht alle Rabatten bepflanzt, allerdings konnte man an den fertigen Bereichen sehr deutlich sehen, dass da Könner am Werk waren. Welch herrliche Zusammenstellung von Farben und Formen!

Unterhalb des Schloßcaffes standen schöne Feigenbäumchen, die allerhand Früchte getragen haben.

„August Christoph Graf von Wackerbarth beauftragte 1719 den sächsischen Baumeister Johann Christoph Knöffel mit dem Bau seines Alterssitzes. Großsedlitz – damals nur zwei Stunden Wegzeit von Dresden entfernt – bot dafür den idealen Platz. Da bis zu 1000 Soldaten gleichzeitig an dem Alterssitz bauten, konnten bereits 1720 das Schloss und 1721 die Obere Orangerie fertiggestellt werden. 1723 kaufte August der Starke dem ehemaligen Generaladjutanten der Sächsischen Armee den Garten ab. Dieser baute offiziell weiter – jedoch nach den Plänen des Königs.“ (Quelle: Internetauftritt Barockgarten Großsedlitz)

Übrigens sind vor wenigen Wochen 76 der in der Orangerie Großsedlitz überwinterten Zitrusbäume wieder in den Innenhof des Dresdener Zwingers eingezogen. „Der Dresdner Zwinger war erstmals im Jahr 1710 unter August dem Starken mit mehreren Hundert italienischen Orangenbäumen bestückt worden. Das Ensemble galt damals als eine der schönsten Orangerien Deutschlands. Auf einer Zeichnung von 1775 sind fast 400 Bäumchen zu sehen.“ (Quelle: http://www.mdr.de/sachsen/dresden/orangen-baeume-zwinger-dresden-108.html)

Auch wenn an einigen Stellen noch Treppen saniert werden, ist ein Besuch in Großsedlitz auf jeden Fall lohnenswert.

Wir kommen ganz bestimmt wieder.

Eine gute Sommerzeit wünscht Micha – Der Brotbaecker

PS.: Eine Woche nach unserem Besuch in Großsedlitz wurden auch wieder alle Brunnen und Wasserspiele in Betrieb genommen!

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Eine Antwort zu Mühle und Barock

  1. Träumerle Kerstin schreibt:

    Hallo lieber Micha. Da stamme ich nun aus Radeberg und war noch nie in der Mühle. Aber ich war 5, als wir wegzogen. Bin in den letzten Jahren höchstens mal bis zum Friedhof gekommen. Das Modell der Mühle gefällt mir, so kann man alles sehen.
    In Großsedlitz war ich vor 30 Jahren mal, gerade schwanger mit Sohnemann Nr. 1. Schön gepflegt schaut es da aus und saniert wird garantiert immer irgendwo etwas. So ist das mit den alten Gemäuern und Anlagen.
    Liebe Grüße zu euch.

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