Seit langem wieder mal ein langer Backtag


Konnte mich schon gar nicht mehr erinnern, wann ich das letze mal Brot gebacken hatte. Es müssen Ewigkeiten her sein 😉 Deshalb diesmal auch ein ausführlicher und längerer Bericht.

Den Sauerteig hatte ich am Vorabend angesetzt und über Nacht in der Backröhre bei ca. 30 Grad C gehen lassen. Er hat sich prächtig entwickelt. Ich werde zwei verschiedene Brotsorten backen – Bauernbrot mit Mehrkorn und Siegerländer Hausbrot.

Für das Siegerländer Hausbrot habe ich ein Rezept von Dietmar Kappl adaptiert, denn erstens haben wir hier andere Mehle und zweitens backe ich im Steinofen. Zunächst wird Altbrot geröstet, anschließend eingeweicht und klein“gehackt“.

Es wird dem Brot später noch mehr Aroma geben. Für das Bauernbrot habe ich ein Brühstück aus einer 500 g Mehrkornmischung hergestellt.

Mein Backfreund Ingo betont immer wieder, insbesondere wenn ich etwas vergessen habe, dass der halbe Erfolg in einer guten Vorbereitung liegt. Habe mich diesmal bemüht, ohne Hektik alles am Platz und die Zutaten abgewogen und zurecht gestellt zu haben.

Auch der Ofen war bereits geheizt, musste aber noch ein wenig mehr Hitze bekommen.

Wenn alles sauber gebrannt ist, dann kann ich ausräumen und den Ofen, damit sich die Temperatur gleichmäßig verteilt, abstehen lassen.

In der linken oberen Ecke hat der Ofen jetzt etwas mehr als 410 Grad C. Nach dem Ausräumen, Aushudeln und einer Abstehzeit von ca. einer Stunde wird das Thermometer dann an dieser Stelle gute 240-260 Grad anzeigen. Das ist bei meinem Ofen die ideale Temperatur, um das Brot einzuschießen.

Bis auf das Salz, das etwas später hinzugefügt wird, sind alle Zutaten in der Knetmaschine die zunächst auf langsamer Stufe für 5-8 Minuten ihre Schwerstarbeit verrichten darf.

Wer schon einmal Brotteig mit der Hand geknetet hat, der weiß wieviel Schweiß es kostet bis der Teig so ordentlich durchgeknetet ist. Möchte meinen Teigkneter nicht mehr missen!

Die Teiglinge sind gewirkt, geformt und stehen nun abgedeckt für ca. 30-40 Minuten (je nachdem wie der Teig geht – fürs Foto habe ich sie natürlich kurz aufgedeckt) auf Gare.

Nach dieser Zeit haben sie etwa die doppelte Größe erreicht und dürfen eingeschnitten und mit lauwarmen Wasser besprüht in den Ofen.

Alle Teiglinge haben ihren Platz gefunden. Nun wird Wasser in den an der Stirnwand angebrachten Stahlbehälter gekippt und damit reichlich Schwaden erzeugt. Dieser sorgt für  einen guten Ofentrieb und lässt die Teiglinge weiter aufgehen, gleichzeitig bildet sich die Kruste heraus.

Nach ca. 10 Minuten lasse ich den Schwaden – durch das Öffnen der Schornsteinklappe und der Belüftungslöcher an den Seiten – wieder abziehen und die Brote dürfen in weiteren ca. 45 Minuten fertig backen.

Damit die Laibe gleichmäßig Hitze bekommen, werden sie nach ca. 35 Minuten umgesetzt.

Mit diesem Ergebnis war ich schon einmal zufrieden, der Duft ist unbeschreiblich und geschmacklich wird sich, nachdem die Laibe etwas ausgekühlt sind herausstellen, ob sich die Mühe gelohnt hat. Die großen Laibe (Einwaage 1700 g) haben einiges an Hitze weggenommen und damit die zweite Charge genauso gut abbäckt, habe ich nochmals nachgeheizt.

Das Siegerländer Hausbrot habe ich mit einer Teigeinwaage von 900 g gemacht, das sieht im Gärkorb zunächst etwas verloren aus. Beim nächsten Mal werde ich auf 1200 g gehen.

Ausräumen, Aushudeln und kurz Abstehen lassen – dann kommen auch diese Teiglinge in den Schlussakkord.

Hier wäre noch Platz für weitere Laibe gewesen, beim nächsten Mal 😉

Nochmals kurz umsetzen…

…und das fertige Ergebnis ist…

…im Dunkeln, wie bei Lichte besehen einfach gut.

Auch nach dem Anschnitt bin ich vollends zufrieden…

…geschmeckt hat´s wunderbar.

Eine schöne Woche wünscht Micha – Der Brotbaecker

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7 Antworten zu Seit langem wieder mal ein langer Backtag

  1. _xmas schreibt:

    Ich bin begeistert: tolle Brote, sehr schöne Fotos zum Hergang, fantastischer Ofen.
    Mehr davon 😊

  2. Träumerle Kerstin schreibt:

    Da hast Du Dir aber Mühe gegeben mit so vielen Erklärungen und Fotos lieber Micha. Und wie immer schaut das so lecker aus bei Dir, dass man in den Monitor beißen möchte :mrgreen: Ich freue mich jetzt schon auf meine Schnitten zum Abendbrot und werde bestimmt an Dich denken, wenn ich reinbeiße 🙂
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  3. cosmea49 schreibt:

    Deinen Bericht fand ich sehr spannend und ungemein informativ. Danke dir für die Mühe, die du dir da gemacht hast. Ich glaube, dass diese Arbeit etwas Meditatives hat. Dies vorzubereiten, in aller Ruhe, die einzelnen Arbeitsschritte zu gehen, und dann letztendlich dieses tolle Ergebnis zu sehen – das muss doch ein wunderbares Gefühl sein. Wenn es schon mir beim Schauen und Lesen so sehr gefällt. Es hat sicher auch etwas mit dem Handwerklichen zu tun, das ich sehr liebe.

    Ja, und ich will jetzt auch nicht verschweigen, dass mir wirklich das Wasser im Mund zusammengelaufen ist!

    Liebe Grüße, Brigitte

  4. Marco schreibt:

    Hallo Micha,

    Super Ergebnis. Solche tollen Berichte samt Bildern sichert hohe Klickraten. Klasse und weiter so.
    Mit welcher Teigausbeute bäckst du? Der Teig geht so schön schnell auf und hat auch noch Ofentrieb.

    • Teigausbeute ist Rezeptabhängig, da kann man keine generelle Aussage treffen! Übrigens sind mir die Klickraten egal, mein Anliegen ist es anderen Interessierten mein Erfahrungswissen weiter zu geben. Auch freue ich mich über „Nichtbäcker“, die Freude an der Betrachtung und Lesen meines Blog haben 😉

      • Marco schreibt:

        Das ist dir in jedem Fall gelungen, sehr informativ alles…eben auch gerade weil anheizen und Teigherstellung mit dabei ist.

  5. minibares schreibt:

    Lieber Micha, da warst du wieder fleißig.
    Und es hat sich ganz klar gelohnt, die Schnitten sehen soooo appetitlich aus, herrlich!
    Danke für die Darstellung des Backvorgangs incl. vorheizen.
    Bärbel

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