Backtage mit Freuden und kleinen Leiden

Ein Backtag ist etwas Besonderes und braucht bei mir auch einige Vorbereitungszeit.

Nachdem ich französisches Mehl T 65 besorgt hatte, wollte ich  damit die von mir gefertigten Baguettes nun endlich „original französisch“ machen.

Bei der Gelegenheit kam natürlich auch das flüssige Backmalz, das ich von meinem Backfreund Ingo geschenkt bekam, zum Einsatz. [Bei diesem Bild hat der Fotograf seine Brille vergessen ;-)] Hier wird zwei Tage vor dem eigentlichen Backtag der Vorteig geknetet.

Nach zwei Tagen war es dann soweit, die Teiglinge lagen im Tuch und durften gehen…

…eine besondere Herausforderung war es, sie unbeschadet auf das Lochblech zu bringen. Hier muss ich mir noch etwas einfallen lassen, vielleicht hilft eine Kippdiele, wie sie Ketex im Einsatz hat. Werde ich demnächst probieren.

Mit sehr viel Dampf, so dass das Objektiv sofort beschlagen war, wurde gebacken.

Das Ergebnis fiel auch tatsächlich absolut vorzeigbar aus. Es roch traumhaft und der Geschmack war vortrefflich.

Auch das Brot gelang wieder recht gut.

Zwei Tage später habe ich dann fix noch einmal gebacken und es sollte in gleicher Weise zu leckeren Baguettes führen. Da der Ofen noch reichlich Restwärme hatte, wurde er diesmal ziemlich heiß. Ich hatte mehrfach ausgehudelt und damit gehofft, dass die Temperatur weit genug unten ist. Beim Kontrollblick nach 10 Minuten Backzeit war alles ok.

Ich dachte, noch 5 Minuten und dann würden die Baguettes noch ein klein wenig Bräune bekommen. Na, ja!? „Dark fired“, so hieß der erste Kommentar meines Sohnes.

Als ich dann von den stark betroffenen Stangen die angebrannte Oberfläche abkratzte, meinte mein Sohn, dass ich wohl der erste Bäcker wäre, der seine Baguettes schnitzt! 😉 Wer den Schaden und einen solchen Sohn hat…

Eine gute Zeit und besseres Gelingen wünscht Micha – Der Brotbaecker

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10 Antworten zu Backtage mit Freuden und kleinen Leiden

  1. khecke schreibt:

    Ah Micha, die zweite Ladung war dann wohl recht „knusprig“. 🙂
    Wieder etwas dazu gelernt – wie man ja sowieso aus Fehlern lernen soll.
    Aber Deine erste Ladung sieht wirklich gut aus und ich kann mir vorstellen, dass alles auch gut geschmeckt hat – ich bekam gleich Hunger, als ich mir Deine Bilder anschaute.
    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Arkansas – heute hatten wir 25 Grad Celsius,
    Karl-Heinz

  2. minibares schreibt:

    Tja, wie lang doch 5 Minuten sein können.
    Gut, dass sowas auch mal einem wie dir passiert.
    Immerhin hatte es beim erstenmal mit dem französischen Mehl bestens geklappt.
    Dass der Ofen nach 2 Tagen noch soviel Wärme hat, hätte ich nicht vermutet.
    Liebe Grüße

  3. stellinger schreibt:

    Hallo Micha,

    Deinem Sohn gebührt für seine frechliche Bemerkung der totale Brotentzug. Obwohl — wenn ich mir das bildlich vorstelle, wie Du Deine Baguettes von der schwarzen Kruste befreist — hätte ich so etwas Ähnliches wohl auch gesagt. Ich bin ja schon ruhig . . . und weg.

    Lieben Gruß aus Hamburg
    Jürgen

    • brotbaecker schreibt:

      Liebe Brigitte, lieber Jürgen, wer über sich selbst nicht mehr lachen kann, ist ein armer Tropf! Ich lache oft über mich! 🙂 …und am liebsten mit meinen Kindern und meiner Frau!

  4. Träumerle Kerstin schreibt:

    Sind eben mal etwas sehr kross gebacken, guter Test für die Beißerchen. Ich hätte auch nur das Verkohlte abgekratzt und sie mir dann mit Butter schmecken lassen.
    Der unterste Blick in den Ofen ist aber ganz schön aus der Schräge, was? Hat da wer schon zuviel mit Bier gelöscht?
    Liebe Grüße in die neue Woche von Kerstin.

  5. Brigitte schreibt:

    Und die ersten sahen so perfekt aus!! Ja, und dann muss man sich „dark fired“ sagen lassen und Sachen vom „Brotschnitzer“ *ggg*. Aber Kinder dürfen das, denn schließlich muss man auch als Bäcker etwas dazu beitragen, dass die Familie was zu lachen hat.

    Nächstes Mal gelingt es sicher wieder besser, wenn die Oberaufsicht nicht da ist.

    LG, Brigitte

  6. M. schreibt:

    Ich bilde mir immer ein, dass ich dein Brot förmlich riechen kann. Und nun krummelt mein Magen, aber Brot am Abend ist nicht und frisches schon gleich gar nicht. Mann, du machst es mir immer schwer, tapfer und standhaft zu bleiben….

  7. Mathilda schreibt:

    Na aber trotzdem, das andere Brot sieht superlecker aus und würde mir jetzt bestimmt besser schmwcken als ein Braten heute Abend.
    Manchmal mag ich abends lieber Brot, obwohl das ja zuviele Kohlehydrate hat und wenn man auf seine Figur achtet…..Trotzdem esse ich es, ohne geht gar nicht 😆

    LG Mathilda 😉

  8. Steve Buchta schreibt:

    Durch meine Anwesenheit und meine kritische Beobachtung war der Druck diesmal aber auch besonders hoch, da kann so ein Malheur schon mal passieren. 😉

    Na ja, lustig war es ja trotzdem und immerhin haben die brauchbaren Reste doch noch sehr gut geschmeckt. Also Glück im Unglück. 🙂
    Auf mehr Erfolg beim nächsten Mal!

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