Architektentag

Die Architektenkammer Sachsen hat zu einem „Tag der Architektur“ eingeladen und drei Bauherren gewonnen die bereit waren, ihre Privathäuser im aktuellen Baustand besichtigen zu lassen.

Bereits an dieser Stelle an alle Hausherren (natürlich auch -frauen) ein herzliches Dankeschön dafür, dass wir so tief in die Privatsphäre eintauchen durften und überaus freundlich unsere Fragen beantwortet bekamen. Bei den Blogbesuchern gehe ich vom Verständnis davon aus, dass ich nur das ohnehin öffentlich Sichtbare zeige und die privaten Räume hier weitestgehend ausspare.

Wir haben uns entschieden die Orte mit dem Rad zu erkunden. Es war bewölkt und örtlich hat es gelegentlich ein wenig genieselt – für Frauen offensichtlich immer wieder ein Graus, denn es geht so in die Haare ;-). Auf dem Weg nach Groß Särchen, habe ich wieder einmal versucht abzukürzen. War diesmal nicht so toll, denn als der Waldweg aufhörte Weg zu sein, mussten wir umkehren. Etwas Gutes hatte die Abkürzungstour dennoch, denn wir haben Waldameisen getroffen.

Es ist überaus beeindruckend aus der Nähe zu beobachten, wie die fleißigen Tierchen funktionieren. Meine Kamera gibt das aber nicht so richtig her.

Endlich in Groß Särchen angekommen, fuhren wir an „Krabat´s Neuem Vorwerk“ vorbei. Weil Krabat den Vater des späteren sächsischen Kurfürsten August den Starken vor den Türken und einem Giftmord rettete, beschenkte der „Starke August“ diesen mit einem Vorwerk.

Vor ein paar Jahren wurde im Krabatdorf Groß Särchen eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Dreiseithofanlage zu diesem Vereins- und Tourismuszentrum umgebaut und rekonstruiert.

Ich meine, ein sehr gelungenes und schönes  Bauwerk.

Nur wenige Meter von hier entfernt befindet sich das erste, von uns besichtigte Architektenhaus.

In einem Raum im Erdgeschoss, wurde auf Schautafeln dargestellt, wie sich das Bauwerk von einer Fastruine zu einem sehr schönen Wohn- und Geschäftshaus entwickelte.

Besonders hat uns begeistert, dass man es geschafft hat, alte Bausubstanz mit modernem Design sinnvoll und schön zu vereinen.

Diese Ansicht kann ich jeden Morgen bei meiner Fahrt zur Arbeit sehen und beneide dabei die Hausherren um die schönen großen Fenster.

Hinter der Glasfassade wurde das alte Fachwerk erhalten, so dass man von innen einen besonderen Blick nach draußen (und für die Frau des Hauses reichlich Platz zum dekorieren)  hat.

Eine ganz andere Verbindung von Alt und Moderne haben wir in Hoyerswerda gesehen.

Das Haus in der Altstadt reiht sich, übersieht man den neuen Anstrich, in die Fassadenfront recht brav ein und kein Mensch würde vermuten, dass sich hier eine sehr gelungene Kombination von Tradition und Neuem findet.

Im Eingangsbereich wurde bewusst Altes aufgearbeitet und teilweise in roher Form belassen. Ich war begeistert.

An der Rückfront des Hauses gibt es ein langes Grundstück, das von alten Mauern eingefasst und mit teilweise altem Baumbestand eine sehr schöne und gemütliche Atmosphäre ausstrahlt. Da stören die hochmodernen Anbauten, in denen das Wohnzimmer  und die Küche untergebracht sind überhaupt nicht.

Die Verkleidung mit Erlenholz, dass sich mit der Zeit silbern färben wird und nicht zusätzlich behandelt werden muss, schafft zusätzliche Behaglichkeit.

An das „alte“ Vorderhaus wurde beim dritten Bauprojekt, das ebenfalls an einer Altstadtstraßenfront liegt und auch ein längliches Grundstück hinter dem Haus hat, das Wohnzimmer angebaut.

Auch wenn es an den Außenanlagen noch reichlich Arbeit gibt, hier sei angemerkt, dass der Hausherr davon sehr, sehr viel alleine realisiert, ist eine gute Harmonie zwischen alt und neu zu erkennen.

Wie an allen zu besichtigenden Objekten, zeigte auch hier eine Bautafel anschaulich, wieviel Arbeit und Mühe verwendet wurden, um die Schmuckstücke zu realisieren.

Nach 33 km haben wir unsere Runde beendet und den für dieses Jahr letzten frischen Rhabarberkuchen bei Kaffee auf unserer Terrasse genossen.

Eine schönen Wochenstart wünscht Micha – Der Brotbaecker

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5 Antworten zu Architektentag

  1. stellinger schreibt:

    Hallo Micha,

    aus Alt mach‘ Neu. Das ist den Bauherren, unter Aufbringung vieler fleißiger Hände und noch mehr Geld, wahrlich gelungen. Wie schön sich die alte Bausubstanz mit den neuen Teilen verträgt.

    Lieben Gruß
    Jürgen

  2. Moviesteve schreibt:

    Wieder was gelernt: Auch der gute alte Krabat hatte schon so seine Probleme mit dem richtigen Gebrauch von Aprostrophen. 😉

    Ansonsten natürlich ein schöner ausführlicher Bericht – erneut über etwas, das man ohne derlei Reportagen wohl niemals entdeckt, ja in der alten Heimat nicht einmal vermutet hätte. Sehenswert!

  3. Träumerle Kerstin schreibt:

    Lieber Micha, das ist aber ein sehr interessanter Bericht für mich. Danke für die Mühen der Ausarbeitung, Du hast alles so wunderbar beschrieben.
    Altes und Neues verbinden, davon bin ich immer begeistert. Mal reizt mich Neues, mal muss es Alt sein. Beim zweiten Haus diese alten Türen im Flur, wow – bei den Türschlössern muss ich gleich an die Aktion „Schmiedekunst“ denken. Das wäre was dafür.
    Es gehört doch unendlich viel Zeit zu solch einer umfangreichen Modernisierung, ich bewundere die Ausdauer dieser Leute immer wieder (hihi – fast wie bei uns 🙂 ).
    Liebe Grüße in die neue Woche von Kerstin.

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