Dr. sph.c.v. Der Brotbaecker…

veröffentlicht sein Brotrezept ohne Fußnoten und Quellenangaben, ohne Garantie, aber in voller Überzeugung, dass daraus ein gutes Brot werden kann.

Der Sauerteig (800 g Roggenmehl 1150; 800 g Wasser, 80 g ASG) hatte 18 Stunden bei 24 Grad C

und der Vorteig (1600 g Weizenmehl 812, 1600 g Wasser, 16 g Frischhefe) zwei Stunden bei Zimmertemperatur und dann 16 Stunden im Kühlschrank Zeit, um so prächtig Blasen zu schlagen. Politiker sind deutlich schneller, allerdings ist da der Nährwert auch nicht so hoch.

Sorgfältig werden die weiteren Zutaten abgewogen (800 g Roggenmehl 1150, 2.136 g Weizenmehl 1050, 1320 g Wasser, 104 g Salz, 3 Esslöffel Backmalz, 3 Esslöffel Brotgewürz und 64 g Frischhefe).

Alles wird gründlich ca. 30 Minuten geknetet.

Dann bekommt der Teig ca. 20 Minuten Ruhe verordnet.
In der Zwischenzeit wird der Ofen kontrolliert.

Ein kräftiges Feuer garantiert, dass auch bei diesem kalten Schmuddelwetter das Backgewölbe stetig und ausreichend aufgeheizt wird.

Wichtig ist es, im letzten Abschnitt die Glut gut zu verteilen, damit die Backfläche gleichmäßig erhitzt wird. Wir können uns nun wieder dem Teig widmen.

Er wird mehrfach gestreckt und gefaltet und geht dann wieder für 30 Minuten in die „Pause“.

Nun werden die Gärkörbe ordentlich eingemehlt, besonders sorgfältig muss man das bei den Peddingkörben tun, damit die Teiglinge nicht festkleben.

Im Gärschrank bekommen die Teiglinge Gelegenheit sich bei feuchtwarmer Luft in ca. 40 Minuten kräftig aufzublasen. Damit wären wir dann auch wieder bei der Politik.

Nach ca. 15 Minuten wird der Schwaden abgelassen und nach weiteren 25 Minuten sind die Brote fast fertig.

Durch die Zugabe des Backmalzes und die etwas zu gut gemeinte Backtemperatur sind sie diesmal ziemlich scharf gebacken.

Trotzdem hat das Brot Emmas Qualitätskontrolle bestanden.

Unter Ausnutzung der Restwärme wird noch eine vorher auf dem Küchenherd angebratene Rehkeule in den Backofen geschoben.


Einen schönen Sonntag und eine noch schönere Woche wünscht Dr.sph.c.v. Der Brotbaecker

Dieser Beitrag wurde unter Backen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Dr. sph.c.v. Der Brotbaecker…

  1. esmee schreibt:

    Ein sehr schöner Bericht! Zum Glück gibt es bei Euch eine Familienkontrolle 😉 so kann ja gar nichts schief laufen. Ich würde dennoch gerne wissen hat es der Emma auch geschmeckt? Auch wenn die Farbe ein bisschen dunkel anmutet, die Kruste scheint doch verführerisch. Als Kind habe ich oft beim Bäcker ein frisches Brot holen müssen. Es wurde damals nur in ein Seidenpapier eingeschlagen und unter dem Arm nachhause getragen. Der Duft war einfach nicht auszuhalten, im Hause fehlte dann auch der „LACHKNUST“ (der Anschnitt hatte noch gut lachen, das Endstück war dann der „BRUMMKNUST“, da dieser bereits eine extreme Kaufreudigkeit voraussetzte.)

    KTzG muss sich das schon gefallen lassen. Wer sich in aller Öffentlichkeit zu einer derartig hohen Moral bekennt und angäblich auch danach handelt, der kann nicht andere in ihren Arbeiten beurteilen und ohne Anhörung etc. aus dem Amt schmeißen, und selber genau das Gegenteil tun. Die moralische Verwerflichkeit liegt eigentlich darin, dass der Herr seine „eigene“ Arbeit erst erneut lesen musste um sich und der Öffentlichkeit Fehler einzugestehen. Wenn es seine Arbeit ist, dann weis er was darin steht, ohne nochmals lesen zu müssen. Der Umfang der Arbeit läßt keinen anderen Schluss zu. Es ist und bleibt aber ein versuchter Betrug; und soetwas ist noch immer strafbar. Aber sei es drum, wer in solchen Situationen Rückendeckung aus höchster Position erhält, der braucht sich nicht mit dem Gemeinvolk zu vergleichen. Das Problem dürfte damit aber nicht ausgestanden sein, denn die ehemals zuständige Doktorandenbetreuung ist nicht umsonst abgetaucht.

    Dennoch eine schöne Woche und LG esmee

  2. Franz Ose schreibt:

    „Eine Dissertation wie sie besser nicht sein kann.
    Fachlich hervorragend ausgearbeitet, brandaktuell, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Satire, sehr unterhaltsam ***** “ (BOT III, Februar 2011)

  3. Bärbeli schreibt:

    Dein Brot sieht echt lecker aus. Man könnte meinen der Duft umstreichelt bereits meine Nase…. Ich bin ein echter Brotliebhaber…. darauf darf auch mal sehr großzügig Knobi und etwas Butter und Salz kommen. Dies geht leider nur, wenn ich frei habe… Diese Woche ist Urlaub angesagt und da gibt es gaaanz sicher dieses Leckerli für mich. Vielen Dank für Deine nette Art der Vorstellung, wie ein bzw. mehrere Brote bei Dir entstehen. Mit der Gütekontrolleurin hast Du eine gute Wahl getroffen.
    Eine schöne Woche!

  4. Träumerle Kerstin schreibt:

    Guten Abend Micha,
    da sehe ich endlich Klein-Emma wieder.
    Schon das Lesen des Berichtes, wann Du wie was machst und wie zubereitest, das klingt so lecker! Zum Glück bin ich gerade mal satt, sonst würde ich jetzt in die Küche laufen und mir eine Scheibe Brot belegen.
    Der Vorteil dieses Mal dürfte wohl auch sein, dass man sich bei den jetzigen Temperaturen ordentlich am Ofen wärmen konnte – oder?
    Nun wünsche ich Dir einen erholsamen Abend und Vorfreude auf das kommende Wochenende.
    Herzliche Grüße von Kerstin.

  5. stellinger schreibt:

    Hallo Micha,

    die Politik lasse ich mal außen vor und möchte mich mehr Deinen gelungenen Brotlaiben widmen. Ich selbst mag das Brot auch lieber, wenn es etwas dunkler ist. Ja, es darf sogar etwas „angesengt“ aussehen. Es schmeckt einfach kräftiger. Das sagt auch „der Bäcker des Bundespräsidenten“ Jochen Gaues, von dem Du bestimmt schon gehört hast.
    Deine Brote sehen einfach Spitze aus und wahrscheinlich schmecken sie auch so.

    Herzliche Grüße aus dem Norden von
    Jürgen

  6. Brigitte schreibt:

    Grüß dich, Micha! Du hast mal wieder gebacken, was ich mir immer gerne ansehe. Immer in der Hoffnung, der Signore möge mir mal so einen Ofen bauen, aber er ist beschäftigt im Moment mit Hochbeetbau, Pergola ausbessern und das Bad wird renoviert. Da ist er vorerst ziemlich ausgelastet.

    Humorvoll geschrieben, deine Brotherstellung und wie ich finde, auch sehr interessant. Hat doch der Signore eben am vergangenen Freitag bei Freunden selbst gebackenes Brot, beträufelt mit Olivenöl und eingerieben mit etwas Knoblauch (ganz dezent) kosten dürfen.

    Die Beschreibung, wie wir gefahren sind, die hab ich dir bei den Kommentaren zum Lucca-Post hinterlegt. Nicht, dass du nochmal zu mir musst, sondern manchmal interessiert das auch andere Leser. Solltest du jedoch noch Fragen haben, maile mich einfach an.

    Diese Dissertationsgeschichte ist auch typisch. Das fand ich jedenfalls. Ich kann nicht meinen, dass das nichts ausmacht, denn dann müssen sich ja alle, die das korrekt machen, veräppelt vorkommen. Aber, warten wir mal ab, was die Uni Bamberg da macht. Darauf bin ich nun ja wirklich gespannt!

    Schönen Sonntag euch, Brigitte

    • brotbaecker schreibt:

      Eigentlich mag ich den KTzG auch, denn er scheint einer von wenigen in der Politik zu sein, der versucht auch des Volkes Stimmung – ohne sofort Populist zu sein – aufzunehmen und redlich Politik zu machen. Zwar ist er dabei auch oft Gejagter, insbesondere von den Medien, aber dem konnte er ja noch halbwegs widerstehen. Nur eins muss man auch wissen, wenn man anderen sagen will, wie ehrliches Leben aussieht, muss man es auch selbst in Grundsätzen so leben.

Kommentar verfassen (vorher Datenschutzerklärung beachten!)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.