Ungarischer Gulasch

Auf der Internetseite von Vincent Klink habe ich dieses Rezept gefunden. Ich habe es zwar noch nicht nachgekocht, halte es aber schon nach dem ersten Lesen für überaus genial bei der Nachnutzung der Restwärme in unseren Öfen.
Gulasch vom Rind
Wer dieses ungarische Gericht bereitet und den halben Tag lang sanft köcheln lässt, der kocht sich eine rare Köstlichkeit. Doch, welcher Koch bewacht seinen Topf schon gern über sechs Stunden hinweg? Genau das ist der Grund, warum für modernes Gulasch gerne zarteres Keulenfleisch, die Schulter oder sonstiges fettarmes und deshalb total ungeeignetes Fleisch verwendet wird. Schulterfleisch könnte man durchgehen lassen, aber aus der Keule geschnitten wird Gulasch so trocken, dass es nur mit großen Humpen Wein oder Bier durch die Gurgel geschmirgelt werden kann. All das sind die Gründe, warum wir uns selber mal dieses Gerichts annehmen sollten. Bei den Ungarn versteht man übrigens unter Gulasch das, was wir Gulaschsuppe nennen. „Pörkelt“ sagen sie zu dem, was wir als Gulasch jetzt gleich im Topf haben werden.

Bei der Rinderhaxe handelt es sich um Fleisch mit extrem vielen Sehnen. Jeder kennt den Ausspruch, das Gulasch war von schlechtem sehnigem Fleisch. Nein, das war kein schlechtes Fleisch, sondern nicht genügend lange gegart. Die Flexen und Sehen sind nach ungefähr sechs Stunden weich wie Gummibärchen und verleihen dem Fleisch unglaubliche Saftigkeit. Also, das Wadenfleisch in 4 cm große Stücke schneiden, die Zwiebeln halbieren und dann in sehr dünnen Scheiben mit dem Fleisch anschmurgeln. Bei kleinem Feuer garen, wer nicht alle 15. Minuten nachgucken will, für den empfiehlt es sich den Gulsch (oder das, laut Duden gilt beides) mit einem Deckel in den Ofen bei ca. 180 Grad, zu stellen. Im Ofen wird von allen Seiten geheizt, nichts kann von unten anbrennen und so lässt sich die lange Garzeit stressfreier bewältigen.

Zutaten:

1 kg Rinderhaxe (Rinderhesse)
1 Kg Zwiebeln
2 EL Tomatenmark
1 Lorbeeerbaltt
3 EL süßes Biopaprikapulver
1/2 TL scharfes Bio-Paprika
2 Gemüsepaprika (unbedingt Bio), rot und grün
1 Zehe Knoblauch
1/4 Zitrone nur die Schale davon
1 TL Kümmel (fein gehackt)
grober schwarzer Pfeffer, Salz
Öl. und eine Flasche Rotwein

Und noch etwas: wenn Wein, dann immer ganz zum Schluss. DAs Gulasch möglichst im eigenen Saft garen und nur dann etwas Brühe oder Wasser zugeben, wenn Anbrenngefahr droht.“ (Mit Genehmigung von Vincent Klink in meinen Blog im Original übernommen).

Demnächst probiere ich das ganz bestimmt aus!
Herzliche Grüße sendet Micha – Der Brotbaecker

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11 Antworten zu Ungarischer Gulasch

  1. Eberhard Straub schreibt:

    Das ist ja interessant. So kann ich vor allem die Restwärme meines Elektrosteinbackofens nutzen. Sind aber bei Gulasch nicht noch Kartoffeln und Nudelteigfladen dabei?

    • Mittlerweile habe ich diesen Gulasch schon mehrfach nachgekocht und es ist immer wieder eine Köstlichkeit. Welche Beilage man wählt, ist eines jeden Kochs eigener Geschmack, wir essen diesen Gulasch oft mit frisch gebackenem Brot! Kartoffeln oder Spirelli kann ich mir genauso gut dazu vorstellen! Guten Appetit

  2. Ingrid schreibt:

    Schon lange habe ich ein Rezept für Gulasch aus “ Wadlfleisch“ gesucht, vor allen Dingen wegen der Garzeit. Heute habe ich endlich genug Beinscheiben bekommen und werde mich jetzt gleich mit Wonne auf die Zubereitung stürzen und mich auf das Ergebnis freuen.
    Liebe Grüße aus Süd Afrika
    Ingrid

  3. Der Brotbaecker schreibt:

    Mittlerweile habe ich dieses wunderbare Rezept schon einmal gekocht. Der Gulasch ist traumhaft saftig und gehaltvoll an Aromen. Am Samstag wird wieder ein Bräter mit dem Haxenfleisch für mindestens 6 Stunden in den Ofen geschoben.

  4. eibauer schreibt:

    ..da sind wir dann ja gespannt,
    auf dein 1. Ergebnis.
    Ich koche Gulasch nie unter 3 h
    bei geringer Hitze..dann wirds lecker.

    HBG
    eibauer

  5. Träumerle Kerstin schreibt:

    Hallo Micha, ungarisches Gulasch haben wir schon gekocht – im original Gulaschtopf aus Ungarn. Allerdings schmeißen wir noch Kartoffeln mit hinein. Werden wir in der nächsten Grillsaison sicher wieder mal machen.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • Der Brotbaecker schreibt:

      Hallo Kerstin,
      Kesselgulasch steht bei uns auch gelegentlich auf dem Plan. Am offenen Feuer mit Dreibein und entsprechenden Kessel. Wenn man dann mit Freuden gemeinsam die Zutaten vorbereitet und und das „Süppchen“ am offenen Feuer köchelt, ist es eine tolle Sache. Das Rezept von Vincent Klink ist allerdings ein wenig anders, aber ideal für die Restwärme im Steinbackofen.

  6. Brigitte schreibt:

    Lieber Micha,

    ganz recht, mit Zeit muss man das Gulasch zubereiten. Zwar benötige ich nicht 6 Stunden dazu, aber unter 3 Stunden hab ich’s sicherlich noch nie gemacht. Das schmeckt dann auch ganz anders. Man kann das dafür geeignete Fleisch verwenden. Besonderer Vorteil eindeutig bei dir, die Ausnutzung der wunderbaren Restwärme im Ofen. Besser geht es ja gar nicht!

    Heute muss alles schnell, schnell gehen. Eine Entschleunigung von allem würde uns allen unheimlich gut tun.

    Über Herrn Klink muss man sich nicht auseinandersetzen. Den schätze ich sehr, besonders seine Kompetenz, sein Wesen. Und ich könnte höllisch sauer werden, wenn er im SWR immer zur Eile gedrängt wird bei seinen Kochsendungen. Dann muss man eben einen Beitrag weniger rein nehmen.

    Schönen Sonntag euch, Brigitte

    • Der Brotbaecker schreibt:

      Hallo Brigitte,

      ich schätze Vicent Klink nicht nur als wunderbaren Koch, sondern auch als tollen Musiker. Außerdem haben wir ähnliche Körpermaße ;-))) Gleich und gleich gesellt sich halt gern!

  7. stellinger schreibt:

    Hallo Micha,

    das nenne ich mal praktizierten Umweltschutz, wenn Du die Restwärme Deines Ofens nutzt, um ein leckeres Gulasch zuzubereiten. Ich wünsche Dir guten Appetit, wenn Du es demnächst brutzeln wirst.

    Herzliche Grüße
    Jürgen

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